Raketenstation

Ausflug zur Raketenstation Hombroich

Kunst im September

Allerschönstes Septemberwetter. Vor drei Jahren waren wir schon auf der Insel Hombroich. Und heute nun wollen wir zur Raketenstation. Heiss ist es und ein klarer Himmel. Als erstes müssen wir warten am kleinen Bahnübergang. Endlich öffnet sich die Schranke und wir parken, etwas genervt von der Hitze, auch gleich bei den ersten Häusern, die aber kalt und abweisend erscheinen. Nach einigen Metern zu Fuß weichen die Büsche rechts und links der Strasse und geben den Blick frei in eine weite Landschaft. Bis Düsseldorf und ich weiss nicht wohin. Für Mittelgebirgler schon eine prächtige Aussicht. Und direkt vor uns: eine große Betonskulptur mit schöner, glatter Oberfläche. Hinter der kleinen Straßenkreuzung beachten wir kaum das nächste Bauwerk, es erinnert an ein Wartehäuschen oder an eine Bushaltestelle.

Denn dann wird eine schöne, gebogene, weisse Mauer sichtbar.

Beim Näherkommen finden wir uns in einem großen, grasigen Innenhof mit schmalem Durchgang, hinter dem eine Wasserfläche glitzert, wieder. Ruhe herrscht hier. Der latente Autobahnlärm ist nicht mehr zu hören. Menschen sitzen auf Bänken und auf dem Deich, der das Gelände umgibt. Kinder spielen im Wasser. Am Ende des Wassers steht ein großes Glashaus um ein Betongebäude. Mit solch modernen, prächtigen Bauten hatten wir hier nicht gerechnet. Wir erfahren, dass das neue Museum erst seit fünf Tagen eröffnet ist. Innen ist es so heiss, wir verzichten auf einen Besuch und wollen lieber draußen bleiben.

Hinter dem Deich blinkt eine helle Kuppel in der Sonne.

Neugierig steigen wir hoch und sehen das, was wir erhofft hatten. Eine verwilderte Fläche, der man die ehemals militärische Nutzung noch ansieht und „seltsame“ Gebäude. Zuerst die Kuppel, sie entpuppt sich als Amphittheater. Auf vier gleichen Betonteilen ruht eine große Metallkuppel mit einem Loch in der Mitte. Natürlich testen wir die Akkustik im Inneren. Fantastisch! Gleich daneben steht das Gleiche nochmal, nur liegt hier die Kuppel wie ein Trichter umgekehrt auf dem Beton. Das freut mich irgendwie. Obwohl mir auch der Gedanke an Verschwendung kommt. Denn dieser Raum ist fast nicht zu nutzen. Aber so ist das mit der Kunst.

Ein paar Ecken weiter bietet eine Bank neben einem Pflaumenbaum Ruhegelegenheit.

Die Pflaumen sind süss, die Sonne scheint heiss. Perfekt. Wärme tanken, die Sonnentage sind gezählt. Das nächste ziegelige Haus hat einen Innenhof und in den Ecken die Durchgänge. Schöne Schatten und Linien ergeben sich. Ein Stück weiter, auf der alten Beton-Panzerstraße, leuchtet eine riesige Holz-Skulptur in der Sonne. Sie erinnert an einen Zeppelin mit abgeschnürtem Bauch und ist wunderbar gearbeitet. Davor liegen auf einem Podest aus Natozeiten gigantische Samenkapseln aus Beton. Zwischen der Kunst verstreut sehen wir auch in Wellblechhallen die Werkstätten. Durch die Fenster werfen wir, ein bisschen neidisch auf die schöne Arbeitsatmosphäre, neugierige Blicke.

Unwirklich alles, verzaubernd.

Im linken Bogen treten wir den Rückweg an. Die Menschen sitzen in der Sonne, alles ist ruhig und entspannt. Wir entdecken noch das „goldene Haus“, ganz aus Lehm, innen ein sehr schöner Fußboden. Und immer wieder Blumen und Obstbäume, ganz verwildert ist das Gelände beim genauen Betrachten doch nicht. In einer Beton-Tafelrunde betrachen wir noch einmal den hohen Himmel, dann gehen wir satt und voller schöner Eindrücke zurück.

Links:

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Insel Hombroich bei Wikipedia