Zeche Zollverein

Sonntags-Ausflug in die Zeche Zollverein in Essen

Herrliches Wetter Anfang September 2006. Wir wollen das Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen anschauen. Und wenn wir einmal dort sind, auch das reddot Design-Zentrum. Die Zeche Zollverein und die Kokerei wurden 1932 in Betrieb genommen und 1986 stillgelegt und unter Denkmalschutz gestellt. Seit 2001 gehören sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Angekommen und problemlos einen Parkplatz bei Schacht XII gefunden, suchen wir uns zuerst einen Plan um das Gelände zu erkunden.

Den Lageplan finden wir leicht, direkt im ersten Gebäude, wo Design-Läden ihre teuren Klassiker anbieten. Zugleich läuft hier auch die ENTRY2006. Diese Besichtigung schaffen wir aber heute nicht mehr. Da müssen wir noch einmal wieder kommen.

Große, klare Backstein-Gebäude und Hallen im Bauhaus-Stil,

entworfen von den Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer, im offenen Gelände. Sehr nüchtern gerade und schön. Die Rasen-Flächen dazwischen durften nicht betreten werden, Bänke gab es wenige (oder keine?).

Wir begannen bald zu rätseln, welches Gebäude wohl welchen Zweck erfüllt hatte.

Unser Plan gab an Infos nicht viel her, Infotafeln zu den einzelnen Häuser gab es nicht. Das war schade. Scheinbar muss man eine Führung mitmachen, um diese Informationen über die frühere Verwendung zu erhalten.

Rechts von unserem Weg sahen wir die neu gebaute „Zollverein School of Management and Design“.

Ein quadratischer Betonwürfel, große Fenster und gerade das Erdgeschoss mit einer kleine schwedischen Designausstellung eröffnet. Der Fussboden fehlte noch.

Die Designstadt Zollverein streiften wir nur, um dann im Bogen zur Kokerei zu gelangen.

Beim Kokerei-Cafe haben wir uns unter mächtigen, eisernen Verlade-Anlagen gestärkt.
Hier gibt es ein Schwimmbad (das Wasser war schon abgelassen), für den Winter eine Eisbahn, so lang wie das Kokerei-Gelände und das Sonnenrad, ein solarbetriebenes Riesenrad ohne Achse, mit dem man in den alten Kokereiofen hinein und hoch über das Dach hinauf fahren kann. Damit bekommt man einen guten Überblick über das ganze Gelände.
Auf der Werksstraße ging es entlang der riesigen Öfen zwischen den 6 Schornsteinen durch das Kokerei-Gelände. Aber irgendwie konnten wir uns hier keinen Betrieb, keine Arbeit mehr vorstellen. Die großen Bauten hatten etwas statuenhaftes, etwas künstliches. Nur der Teergeruch aus den abgesägten Rohren lies uns ein wenig Industriegeschichten spüren. Die Farbe des Rostes und die Rostschutzfarbe überall gefiel mir vor dem Himmelsblau sehr gut.

Nach einer kleinen Verschnaufpause schauten wir uns im ehemaligen Kesselhaus das red dot Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen an.

Hier ist die Mischung von alt und neu ungeheuer spannend. Die Ausstellungsräume sind in die alten Industrieanlage hineingestellt. Die Patina wurde erhalten, das Weiss der Ausstellungsflächen leuchtet umso mehr. Die Ausstellungstücke zeitgenössischen Designs haben hier in dieser Umgebung einen optimalen Platz gefunden. Leider dürfen die schönen Fotos von innen nicht gezeigt werden.

Links:

www.zollverein.de
Zeche Zollverein bei Wikipedia